Warum 75 Jahre?

Die Lenzing AG war eines von mehreren „Zellwolle“-Werken, die vom nationalsozialistischen Regime 1938 gegründet wurden. Hintergrund war, das „Tausendjährige Reich“ von Baumwollimporten durch die Produktion von Zellwolle unabhängig zu machen. Nach dem Krieg wurde entschieden, das Werk wegen seiner Bedeutung für die österreichische Textilindustrie weiterzuführen. Österreichische Banken übernahmen die Finanzierung und wurden so Mehrheitsaktionäre von Lenzing. Lenzing entwickelte sich über die Jahrzehnte hinweg zum Qualitäts- und Technologieführer. Während so gut wie alle Viscosefaserwerke in Europa ihren Betrieb einstellten, wuchs Lenzing zum Weltmarktführer heran. Das Geheimnis dieses Erfolges war und ist die Innovationskraft zur ständigen Weiterentwicklung dieser Fasern. Die Gründungsgeschichte von Lenzing ist wissenschaftlich umfangreich aufgearbeitet und dokumentiert. 2010 wurde nach 11-jähriger Forschungsarbeit vom österreichischen Zeithistoriker Roman Sandgruber das neue Standardwerk „Lenzing: Anatomie einer Industriegründung im Dritten Reich“ veröffentlicht.