Umweltschutz als Innovationsmotor

Zellstoffproduktion wird „grün“

Zentrales Thema in den 1970er- und 1980er-Jahren war die Reduktion der zu hohen Schadstoffemissionen der Zellstoffproduktion. Der Lenzinger Faserzellstoff wurde damals noch mit Elementarchlor und Hyperchlorid gebleicht, was umwelttechnisch durch die daraus resultierende hohe Abwasserbelastung höchst problematisch war.

Im ersten Schritt wurde Ende der 1970er-Jahre Chlor durch Sauerstoff ersetzt. Im zweiten Schritt gelang der Bau der weltweit ersten Brüdenkondensatanlage (BKE). Sie beruht auf der Analyse, dass die Reststoffe der Zellstoffproduktion wertvolle Rohstoffe enthalten, die man zur Erzeugung von Basischemikalien heranziehen könnte anstatt sie wegzuschütten. Das Know-how dazu wurde von Lenzing in Kooperation mit der Universität Graz entwickelt und ist weltweit einzigartig. Diese Anlage schafft die Voraussetzung dafür, dass der verbleibende Abwasserstrom mit wirtschaftlich vertretbaren Kosten gereinigt werden kann.

Aus der Not eine Tugend

In weiterer Folge wurden die Chemikalienkreisläufe in der Viscosfaserproduktion geschlossen. Dies klingt heute einfacher als es in der Praxis ist, denn auch für die Umsetzung dieser Technologie waren erhebliche Entwicklungsarbeiten und detaillierte Kenntnisse der chemischen Prozesse in den Produktionsabläufen notwendig.

Ganzheitliches Denken

Lenzing hatte gelernt, die Faserproduktion als einen integrierten Prozess zu verstehen, der auch die Energiebereitstellung beinhaltet.

Zentrale Energiequelle wurden die Reststoffe aus der Zellstoffproduktion.

1995 wurde gemeinsam mit dem Abfallbeseitigungskonzern AVE das Konzept entwickelt, in Lenzing auch Verpackungsmaterial, Siebreste, Altholz und Klärschlamm thermisch zu verwerten. Heute ist die „Reststoffverwertung Lenzing RVL“ ein erfolgreiches Energieerzeugungsunternehmen, das voll in den Faserproduktionsstandort Lenzing integriert ist. 

Ökobilanz

Als erstes Unternehmen seiner Branche ging Lenzing in den 1990er-Jahren daran, die Mess- und Vergleichbarkeit all dieser Umweltschutz-Maßnahmen zusammenzufassen und zu bewerten. Die weltweit erste Ökobilanz in der Man-made Cellulosefaserindustrie wurde in Form einer Lebenszyklusanalyse der Universität Utrecht (in den Niederlanden) erstellt mit erstaunlich positiven Ergebnissen.

Heute ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass Fasern aus Lenzing zu den umweltfreundlichsten Faserprodukten überhaupt zählen. Nähere Details dazu sind im Nachhaltigkeitsbericht der Lenzing Gruppe nachzulesen.

Get the Flash Player to see this player.