Viscose und Zellstoff im erfolgreichen Betriebsverbund

Im Jahr 1969 gelang Lenzing mit dem Kauf der benachbarten Papier- und Zellstoffabrik ein entscheidender Schritt. Denn in der Folge konnte die Zellstoffproduktion optimal auf die Bedürfnisse der Faserproduktion abgestimmt werden.

Der Standort Lenzing profitiert bis heute in hohem Maße von dieser Rückwärtsintegration. Die integrative Betrachtungsweise der gesamten Wertschöpfungskette vom Holz bis zur Faser ermöglichte den Umbau des Standortes Lenzing zu einer „Bio-Raffinerie des Holzes“. Rund die Hälfte des Rohstoffes Holz wird stofflich genutzt (Zellstoff, Co-Products), die andere Hälfte zur Bereitstellung der Prozessenergie.

Aufbauend auf eigener Forschung und Entwicklung kann Lenzing heute wertvolle Kuppelprodukte der Zellstoffproduktion wie Essigsäure, Furfural und Magnesiumligninsulfonat sowie das in der Faserproduktion entstehende Natriumsulfat vermarkten. Diese Stoffe werden extrahiert und belasten damit auch nicht den Abwasserstrom.

Holzessig aus Lenzing

Das Xylose-Projekt

Ein Beispiel der innovativen Verwendung aller Holz-Inhaltsstoffe ist das Xylose-Projekt in Lenzing, das 1997 gestartet wurde. Während der Zellstoffproduktion in Lenzing wird das im Buchenholz enthaltene Xylan zu Xylose abgebaut. Dieser wertvolle Rohstoff wird am Standort Lenzing von dem Unternehmen Danisco aus der Dicklauge der Zellstoffproduktion extrahiert. Danisco erzeugt daraus Xylitol, das u.a. in zuckerfreien Kaugummis, zur Kariesprophylaxe und als Befeuchtungsmittel eingesetzt wird. 2007 wurde das Danisco-Werk erweitert

Xyrofin-Werk

Lenzing Zellstoff international

Um die Versorgung seiner nicht integrierten Faserfabriken mit Zellstoff langfristig sicherzustellen erwarb Lenzing 2010 das tschechische Zellstoffwerk Biocel Paskov. Es wurde in einen sogenannten Swing-Capacity-Producer für Papier- und Faserzellstoff umgebaut. Paskov gilt als eines der modernsten Zellstoffwerke Europas. Insgesamt wurden in den Um- und Ausbau von Paskov fast 100 Mio EUR investiert.

Paskov