Vom produktions- zum marktorientierten Unternehmen

Wie alle europäischen Industrieunternehmen war Lenzing in den ersten 50 Jahren seines Bestandes vor allem ein produktionsorientiertes Unternehmen.

Zu Beginn der 1990er-Jahre fand ein Umdenken statt.

Systematische Erforschung der Potenziale der Fasern

Lenzing begann die Potenziale in der Anwendung der Lenzing Fasern systematisch zu erforschen. Produktmanager wurden als institutionalisierte Schnittstelle zwischen Markt und Produktion eingeführt. Die Kernfrage war nun: Welche Fasern erwartet der Markt von uns für seine speziellen Bedürfnisse?

Gleichzeitig wurde der technische Service bei Lenzing für die Kunden immer weiter ausgebaut. Ebenso wurde die Anwendungstechnik dahingehend erweitert, dass Lenzing nun die Performance seiner Fasern in der gesamten textilen Wertschöpfungskette testweise nachstellen konnte.

Nachhaltigkeit als wichtiges Argument

Ein Ergebnis war die Thematisierung der Nachhaltigkeit von Lenzing Fasern. Der natürliche und nachwachsende Rohstoff Holz, die umweltschonende Produktion von Man-made Cellulosefasern bei Lenzing mit einem im Vergleich zu Baumwolle signifikant geringeren Wasserverbrauch und bildeten nun die Basis für ein neues Verständnis von Lenzing Fasern am Markt. 

Nachhaltigkeit

Neue Märkte für neue Fasern

Ein weiteres Ergebnis war die Erschließung neuer Anwendungsgebiete und Märkte. Ein Beispiel war der Heimtextilienmarkt. Lenzing forcierte auf Grund der Fasereigenschaften den Einsatz seiner Fasern in allen körpernahen Bereichen: Von Bettdecken bis hin zu Matratzen. Heute, 10 Jahre später, ist der Heimtextilienmarkt ein nicht mehr wegzudenkender Absatzbereich für Lenzing Fasern. 

Heimtextilienmarkt damals
Heimtextilienmarkt heute

Kooperationen als Modell für die Zukunft

Lenzing hat mit Kooperationsmodellen sehr gute Erfahrungen in der Erschließung neuer Märkte gemacht, etwa im Bereich Heimtextilien mit dem österreichischen Bettwäsche-Innovator Hefel Textil oder bei Schutzbekleidung mit dem US-Konzern TenCate.

Seit wenigen Jahren kooperiert Lenzing punktuell auch mit anderen Faserproduzenten in der Entwicklung von Composite-Produkten.

Lenzing beabsichtigt, diesen Weg der Kooperationen in den kommenden Jahren noch weiter zu vertiefen.