Wie alles begann ... ein Überblick

Beginn der Innovationsgeschichte in den 1950er- und 1960er-Jahren

Lenzing arbeitete schon zu Beginn der 1950er-Jahre daran, die Anwendungsmöglichkeiten der Viscosefaser zu optimieren. Im Keller des heutigen Verwaltungsgebäudes wurde eine kleine Versuchsspinnerei betrieben. Ziel war es vor allem, die Gleichmäßigkeit der Verarbeitung der damaligen Faser zu verbessern.

Die eigentliche Innovationsgeschichte startete Ende der 1950er-Jahre. Unter dem immer stärker werdenden Konkurrenzdruck begann Lenzing massiv an der Verbesserung der Produktionsabläufe zur Produktionserhöhung zu arbeiten. In der Folge stand die Qualitätsverbesserung immer mehr im Mittelpunkt.

Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung wurden laufend erhöht und ein modernes Forschungsgebäude in Lenzing Mitte der 1960er-Jahre errichtet.

Beginn der Innovationsgeschichte in den 1950er- und 1960er-Jahren

Innovative Spinntechnik

Innovative Spinntechnik

Die Viscose-Spinnmaschinen bei Lenzing entsprachen vom Design her dem Stand der Technik Ende der 1930er-Jahre. Ihre Produktionsleistung war auf maximal rund 25.000 Tonnen Viscosefasern pro Jahr begrenzt. Lenzing wollte aus diesen Maschinen mehr Menge herausholen.

Dies gelang durch eine innovative Spinntechnik mit neu entwickelten Spinndüsen. Die Spinnlöcher waren nun enger aneinander angeordnet und die Spinnbadkonfiguration wurde entsprechend adaptiert. So gelang es, auf den kleinen Maschinen immer mehr Fasern ohne Qualitätsverlust zu erzeugen.

Diese Strategie ist bis heute eines der Erfolgsgeheimnisse von Lenzing: Die kontinuierliche Produktivitätssteigerung der Anlagen.

Automatisierung der Produktionsabläufe

Lenzing hatte noch zu Beginn der 1960er-Jahre erheblichen Aufholbedarf. Viele Arbeitsabläufe wurden manuell vorgenommen. Die automatische Steuerung der Viscosefaserproduktion von einer zentralen Warte aus war ein wesentlicher Schritt in Richtung Automation.

Einer der weiteren Schwachpunkte war die Viscosefiltration, wo früher hunderte Arbeiter Filterpressen bedienen mussten. Lenzing entwickelte eine neue, automatisierte Filtrationstechnik, die wesentliche Kosteneinsparung ermöglichte.

Diese Entwicklungen wurden immer weiter perfektioniert. Heute ist Lenzing einer der weltweit führenden Anbieter in der Filtrationstechnik für die Zellstoff- und Viscoseindustrie.

Automatisierung der Produktionsabläufe
Automatisierung der Produktionsabläufe
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Marktorientierte Forschung und Entwicklung (F&E)

Lenzing baute zunächst seine Viscosefaserforschung ebenso aus, wie die Forschung nach neuen Synthese- und High Performance-Fasern. Eine eigene Zellstoffforschungsabteilung sowie die Entwicklung alternativer Cellulosefaser-Produktionstechnologien (“Lyocell“) kamen hinzu.

Die stärkere Marktausrichtung der Gruppe führte zu einer Integration der Forschungsagenden in die einzelnen Business Units, die dadurch auch für die Steuerung und Finanzierung der F&E-Aktivitäten verantwortlich wurden. Das Ergebnis war eine rasch wachsende Pipeline für immer neue Faser-Applikationen.

Renaissance der Celluloseforschung

Während sich die globale Faserindustrie ab den 1960er-Jahren auf die Weiterentwicklung der „einfacheren“ Synthesefasern auf Rohölbasis fokussierte, hielt Lenzing immer an der Cellulosetechnologie fest.

Heute, Jahrzehnte später, besinnt man sich wieder auf die Vorteile der Celullose als nachwachsenden Rohstoff mit einer breiten Anwendungsmöglichkeit. Lenzing leitete als Weltmarktführer durch enge Kooperation mit Hochschulen eine Wiederbelebung der Celluloseforschung ein. Es existieren wieder eine Reihe von Forschungseinrichtungen in ganz Europa, die sich der Weiterentwicklung dieses  vielfältigen Rohstoffes verschrieben haben.

Im Mittelpunkt steht das Konzept der „Bio-Raffinerie des Holzes“: Es sieht die möglichst optimale Verwertung von Holz durch Extraktion all seiner Inhaltsstoffe sowie die vollständige Verwertung der im Holz gespeicherten Energie vor. Dieses Konzept wird am Standort Lenzing konsequent vorgelebt.

Über 50% stoffliche Nutzung des Holzes